08.03.2020rss_feed

Mäster wünschen weiter kastrierte Ferkel

Knapp zehn Monate bis zum geforderten Ausstieg aus der betäubungslosen Kastration ab 1. Januar 2021 kristallisiert sich für Thüringer Schweinehalter ein deutlicher Trend heraus: 85% der der in Thüringen erzeugten Ferkel müssen weiter kastriert werden.  Das zeigte eine Umfrage, die von der IGS Thüringen e.V. gemeinsam mit dem TBV Erfurt e.V. durchgeführt wurde, wie auch die Bauernzeitung berichtete. Nach den Antworten der Mitgliedsbetriebe, die mehr als die Hälfte des Sauenbestandes und mehr als ein Drittel des Mastschweinebestandes repräsentieren, können jedoch die Hälfte der Sauenhalter noch nicht sagen, welches Verfahren sie ab diesem Termin anwenden werden. Aufgrund mehrerer Faktoren stehen die Zeichen für die Nutzung der Inhalationsnarkose mit Isofluran deutlich hinter denen für die Injektionsnarkose. Unklarheiten wie die Abgabe des Arzneimittels Isofluran an den Tierhalter und Fragen zum Arbeitsschutz sind Gründe, warum das Verfahren sehr zögerlich für ca. ein Fünftel der Ferkel favorisiert wird. Darüber hinaus  gibt es bisher noch keine zertifizierten Geräte. Es ist zwar bekannt, dass die DLG-Prüfungen laufen, aber allein darauf kann keine einzelbetriebliche Entscheidung fußen. Mehrer Betriebe fragen auch nach der Durchführung der Sachkundelehrgänge, die eine Voraussetzung für die Durchführung durch die Mitarbeiter ist. Die Verordnungen haben Rechtskraft und sollten schnellstmöglich mit verbindlichen Schulungsangeboten umgesetzt werden. Das BMEL hat mit einer Förderrichtlinie die Voraussetzungen geschaffen, landwirtschaftliche Betriebe bei der Anschaffung von Narkosegeräten für die Ferkelkastration (Isoflurannarkose) durch Zuwendungen finanziell zu unterstützen. Die Anschaffung solcher Geräte, die von mehreren Herstellern angeboten werden sollen, wird mit bis zu 60 Prozent der Gerätekosten, bzw. maximal mit bis zu 5.000 Euro je Unternehmen gefördert. Antragsberechtigt sind Kleinst-, kleine oder mittlere Unternehmen der landwirtschaftlichen Primärproduktion. Anträge sind bis zum 1. Juli 2020 an die BLE zu stellen. Es gilt das Windhundverfahren.