IGS Aktuelles

Aktionsplan Tierhaltererklärung

Am 13. April 2021 wurden vom Thüringer Sozialministerium die Anforderungen an Schweine haltende Betriebe zur Umsetzung des Aktionsplans zur Einhaltung der Rechtsvorschriften in Bezug auf das Schwänzekupieren beim Schwein mit einem geänderten Erlass klargestellt.

Zur Darlegung der Unerlässlichkeit des Schwanzkupieren muss jeder Tierhalter (Ferkelerzeuger und/oder Mäster), der die Schwänze von Ferkeln kupiert oder kupierte Tiere einstallt, seit dem 1. Juli 2019 eine Tierhaltererklärung vorhalten. Da diese für einen Zeitraum von einem Jahr gültig, muss sie spätestens im Juli 2020 erneuert worden sein. Im Rahmen veterinärrechtlicher Kontrollen wird dies überprüft. Sollten diese bis jetzt noch nicht vorliegen, werden diese kurzfristig durch die unteren Veterinärbehörden angefordert. Auch müssen die kontinuierlich vorzunehmenden Dokumentationen zur Frequenz der Schwanz- und Ohrverletzungen im Bestand erkennen lassen, welche Maßnahmen vom Tierhalter getroffen wurden. Mindestens halbjährlich ist eine Risikobewertung durchführen. Dazu gehört auch, geeignete Optimierungsmaßnahmen festzulegen und zu dokumentieren, um das Schwanzbeißrisiko zu reduzieren.

Zur Evaluierung des Aktionsplan werden darüber hinaus ab sofort bis Ende 2022 von den Veterinärämtern Daten erhoben, die über die Umsetzung des Aktionsplans Auskunft geben in den Betrieben geben. Pro Landkreis werden mindestens 10 Betriebe mit über zehn Sauen und über 100 sonstigen Schweinen kontrolliert. Details sind dem Erlass zu entnehmen.

Politiker Journalisten Landwirte Verbandsvertreter Auf Deich
© Prof. Michael, DGfR

Mit einem offenen Brief hatten sich Interessenverbände der ostdeutschen Schweinehalter Brandenburgs, Sachsen, Sachsen-Anhalts, Thüringens und Mecklenburg-Vorpommern am 6. April an die Bundeskanzlerin Dr. Merkel gewandt: Bitte machen Sie die ASP-Bekämpfung zur Chefsache! Sorgen Sie für eine funktionierende Koordination und für eine schnelle Eradikation der Seuche! Täglich hinzukommende neue Funde machen deutlich, dass von einer nahen Seucheneradikation keine Rede sein kann. Dabei betrifft die große Sorge die Zukunft der deutschen Schweinehaltung insgesamt!

Um die Seuche auch tatsächliche zu bekämpfen und nicht nur zu verwalten, darum ging es auch am 8. April in einem mehrstündigen Gespräch vor Ort in Brandenburg. Betroffene Schweinehalter diskutierten mit Bundes- und Landespolitikern sowie Behörden und zeigten u.a. bestehende Defizite im Zaunbau. Großen Raum nahm die verlässliche und sichere Einrichtung einer weißen Zone, in der die Schwarzwildpopulation gegen Null gefahren werden soll, auch mit Unterstützung des Bundes ein. Offensichtlich hat sich die Hoffnung, eine solche Zone gemeinsam mit Polen einzurichten, zerschlagen. Das bedeutet aber nicht Handlungsunfähigkeit, sondern neue Schwerpunktsetzung, betonte auch Staatssekretär Uwe Feiler Die zur Verfügung stehende Hilfe des Bundes in der deutschen Taskforce muss auch von den Landkreisen angefordert werden. Die Schweinehalter haben nur dann eine Chance, wenn wir die ASP in den Begriff bekommen. Klar ist, dass die nächsten Tage entscheiden, denn ist fünf vor Zwölf.

Bernhard Katzwinkel, selbst als Jäger tätig, bestätigte, dass dringend ein wirksamer Tilgungsplan und ein abgestimmtes Vorgehen notwendig ist Wir müssten Sektoren einteilen und mit vielen Jägern überall gleichzeitig und gemeinsam vorgehen. Auch Rabenvögel, Wölfe und Hunde verbreiten die ASP.

Bild_Einladung_210420
© TLLLR, IGS

Innerhalb des Netzwerkes Fokus Tierwohl findet am 20. April 2021 ab 13.00 Uhr eine Weiterbildungsveranstaltungen zum Thema Tiergesundheit/Tierwohl - jeder Mitarbeiter zählt statt, die sich in erster Linie an Mitarbeiter in Schweine haltenden Betrieben. Durch ihre motivierte sowie sach- und fachgerechte Betreuung üben sie einen großen Einfluss auf das Wohlergehen unserer Tiere aus. In der kostenfreien Online-Veranstaltung, die von TLLLR, IGS Thüringen e.V., SKBR und Landvolkbildung organisiert wurde, stehen Maßnahmen zur Senkung des Antibiotikaeinsatzes durch bestimmte Hygiene- und Managementmaßnahmen sowie das Erkennen von Tiersignalen im Mittelpunkt. Als Referenten konnten gewonnen werden:

Henrike Freitag, Fachhochschule Südwestfalen zum Thema
Wie Hygiene und Managementmaßnahmen helfen, den Antibiotikaeinsatz zu reduzieren - Antibiotika, so wenig wie möglich, soviel wie nötig
sowie

Mirjam Lechner, UEG Hohenlohe  Franken zum Thema
Fit for Pigs – Tiersignale lassen erkennen, wie es dem  Schwein geht -
Wie reagieren auf die Zeichen unserer Tiere?

Es wird um verbindliche Anmeldung gebeten, nach der Anmeldung wird der Zugangslink versandt.

Wie top agrar online berichtet, wurde der Bauern-Soli nach kurzer Zeit wieder einkassiert. Der Grund: Es funktioniert nicht, die höheren Fleischpreise für Thekenware an die Verbraucher weiterzugeben. So zumindest hat es Lidl begründet. Dass ein Marktplayer nicht allein neue Signale geben kann, sondern auch die Branche dann mitziehen muss, leuchtet ein. Denn Aldi und Co. haben die Preise unverändert gelassen und so Kunden in die eigenen Läden gezogen, anstatt sich solidarisch zu zeigen. Und so erleben wir es jedes Wochenende, mit neuen Aktionen locken die Handelsunternehmen die Kunden an die Fleischtheken. Da hat der alte Brecht leider wieder einmal Recht, dass sich über die Moral mit vollem Magen einfacher reden lässt. Bereits im Sommer 2020 hatte Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner ein Verbot der Werbung für Billigfleisch ins Gespräch gebracht. Und am Freitag bekräftigte der Bundesrat auf seiner 1000. Sitzung, dass weitere Maßnahmen erforderlich sind, um die Preisfairness in der Wertschöpfungskette zu verbessern. Gerade im Fleischbereich zeigt sich, dass die auf Niedrigpreise und Lockangebote abstellende Werbung des Lebensmitteleinzelhandels äußerst kritisch zu bewerten ist. Preise spiegeln den Wert der Tiere und die notwendige Arbeit bis zum Fleischerzeugnis nur unzureichend wider. Der Bundesrat forderten die Bundesregierung auf, die auf Niedrigpreise abgestellte Werbung für Fleisch und Fleischerzeugnisse zu verbieten.

Die bestehenden Unwuchten zeigen sich auch, wenn z.B. Lidl seit dem ASP-Ausbruch seine Beschaffungspreise gegenüber der Fleischbranche nicht verändert hat, so top agrar online. Umsatzeinbrüche von fast 50% für Ferkelerzeuger und über 30% bei Mästern ab September 2020 werfen Fragen auf: Welche Zukunft hat die Schweinehaltung in Deutschland? Entscheidungen für die geforderten Veränderungen in der Schweinehaltung brauchen auch in der Zahlungsbereitschaft für die mit einem höheren Aufwand erzeugten Nutztiere klare Signale. Fairness fängt beim Handeln an, und das betrifft die Fleischbranche genauso wie die Handelsketten und die Verbraucher.

210127_Einladung
© TBV e.V.

Ein gut besuchtes Online-Seminar widmete sich am 27. Januar der Bekämpfung der hochansteckenden Tierseuche, die seit September 2020 die deutschen Schweinhalter in Atem hält. Per 29.1.21 wurde laut FLI das Virus bei 594 Wildschweinen nachgewiesen. Dr. Tomasz Trela, selbst Tierarzt und Technischer Manager für Schweine bei Boehringer, hat selbst Erfahrungen sammeln müssen bei der Keulung betroffener Betriebe und weiß, dass für die Schweinehalter damit traumatische Situationen verbunden sind. Umso wichtiger ist es, mehr über Verdachtssymptome im Hausschweinebestand zu wissen. An Fallbeispielen zeigte er erste Symptome (spontane Verendungen von Sauen) ohne klare Auffälligkeiten, die ernst zu nehmen und abzuklärensind. Erst nach mehreren Tagen zeigen sich deutliche erste klinische Symptome (z.B. zyanotische Hautveränderungen), oft z.T. auch bei ungestörtem Allgemeinbefinden oder leichte punktförmige Einblutungen,  die sich langsam zu deutlich dunkelblauen Unterhautblutungen verändern können. Eine Verwechslung mit anderen Krankheitsbildern ist im Anfangsstadium möglich. Das Virus kann nicht fliegen, es braucht einen Träger, und der können Menschen oder Fahrzeuge sein, leitete der Fachmann an Frauke Runge weiter. Die anerkannte Fachtierärztin für Schweine, Tierärzte Wonsees, zeigte an anschaulichen Bespielen, dass die notwendige Biosicherheit besonders viel mit Selbstdisziplin im Betrieb zu tun hat und gründlich überlegten und gelebten Betriebsabläufen, um dem Virus keine Chance zu geben, in den Schweinebestand zu kommen. Sie steckte den Finger in die Wunde, denn Biosicherheit zu gewährleisten heißt auch: Das eigene Sicherheitssystem dürfen sie selbst nicht umgehen. Ich muss mal schnell rein, ohne die eigenen Regeln eingehalten zu haben, geht da nicht!. Auch bei Dr. David Sporn, als Amtsveterinär des Landkreises Schmalkalden-Meinigen Dritter im Bunde an diesem späten Nachmittag, ging es u.a. um das Thema Biosicherheit. Diese ist einer der Grundbausteine, um das Prädikat eines ASP-Status-Betriebes zu erlangen. Und dieser Status kann für den Fall, dass die ASP sich doch noch weiter verbreitet entscheident sein, wie und ob im Ernstfall Schweine verbracht werden können. Dass es durchaus Momente gibt, wo auch aus zu erwartenden rechtlichen Regelungen noch keine 100% Klarheit besteht, gehörte auch zu seinen sehr informativen Ausführungen.

Roland van Asten (IGS Thüringen) infomierte abschließend über die Aktivitäten der ostdeutschen Interessengemeinschaften, um bestehende Missstände bei der ASP-Bekämpfung aufzudecken. Mit dem Whitepaper und einer Pressemitteilung ist jetzt endlich mehr Bewegung in abgestimmte behördlichen Maßnahmen gekommen. Zusammenfassend fordert er aus den Geschehnissen: Ein zentrales Team muss die Bekämpfung kreisübergreifend vorbereiten und anpacken!

Das Online-Seminar wurde durch die Zusammenarbeit mit Boehringer Ingelheim souverän von Doreen Schillkamp moderiert und aufgezeichnet. In Kürze werden die einzelnen Beiträge verfügbar sein.

Uns erreichte die Nachricht, dass Professor Dr. Helmuth Pfeiffer am 15. Januar 2021 in Leipzig kurz nach Vollendung seines 87. Geburtstages verstorben ist. Er war von 1969 bis 1973 Hochschuldozent und danach bis 1992 ordentlicher Professor für Schweinezucht und -haltung an der Universität Leipzig. Ab 1969 bereitete er in der DDR die Eigenleistungsprüfung im Feld wissenschaftlich. Auch die Stationsprüfung auf Fleischleistung wurde von ihm ab 1973 methodisch begleitet. Unter seiner Mitwirkung wurden in den Arbeitsgruppen Qualität tierischer Produkte sowie KBS und Biotechnik beim Schwein viele praxisrelevante Themen bearbeitet. Mit fast 200 Publikationen, u.a. dem in vier Auflagen erschienenen Hochschullehrbuch Schweinezucht hat er wertvolle Wissensspeicher geschaffen, die für viele Studienjahrgänge von Agrarwissenschaftlern eine wichtige Arbeitsgrundlage bildeten und noch heute für Schweinezüchter eine sehr wertvolle Wissensquelle darstellen.

Nach der politischen Wende hat er die Schweinezucht in Ostdeutschland sehr intensiv begleitet. Er unterhielt besonders regen Kontakte zu den ostdeutschen Zuchtverbänden und nahm an den neuen Herausforderungen an die Schweinezucht regen Anteil. Sein Wissen, seine Bereitschaft andere davon partizipieren zu lassen und seine große Begabung, Menschen für eine Sache zu gewinnen und mit ihnen neue Wege zu gehen war der Schlüssel dafür, dass seine Kontakte zur Praxis bis zuletzt sehr eng waren. Dazu gehörte auch die Entwicklung und Begleitung von Markenfleischprogrammen, einem Bereich, dem er sich selbst mit Leib und Seele seit seiner wissenschaftlichen Laufbahn verschrieben hatte. Schon sehr früh gelang es ihm, Betriebe für den Einsatz von Vatertieren der Rasse Duroc aufgrund der besonderen Qualitätseigenschaften zu gewinnen.

Unser ganzes Mitgefühl gilt seiner Frau und seinen beiden Söhnen mit Familien. Wir werden ihn vermissen.

Uganda "Der Wassertank steht" 29.1.2021
© Sylvia Namukasa

Kennengelernt hatten wir Sylvia Namukasa aus Uganda bereits 2017. Sie war zu einem Praktikum in der Agrar e.G. Heberndorf, denn ihr Traum schon damals war, eine Modellfarm für Schweine aufzubauen, in der den Farmern aus den umliegenden Dörfern ihrer Heimat gezeigt werden kann, wie Schweine gehalten und gefüttert werden. Sylvia Namukasa hat inzwischen internationale Kontakte und Vernetzung zu Stiftungen, Vereinen geknüpft und es ist ihr gelungen, durch mehrere Projekte Unterstützung für ihre Dorfgemeinschaft zu organisieren. Mit Ihrem neuen Projekt Sau Gut will sie alle Familien in Kirinda, ihrem Heimatort unterstützen, die Schweine halten. Und das sind von 270 Familien ca. die Hälfte, denn wer in Uganda ein Schwein halten kann, geniest eine hohe Wertschätzung. Aber es existiert ein Problem: In Kirinda gibt es kein fließendes Wasser so wie wir es kennen. Wir haben keine Hoffnung, ob unser Dorf jemals ein Wasserleitungssystem haben wird. Deshalb holen wir das Wasser aus Bohrlöchern oder offenen Sümpfe oder können das Wasser zur Regenzeit direkt von den Dächern unserer Häuser auffangen. Dafür braucht es aber entsprechende Wassertanks. Am heutigen Freitag, 29. Januar 2021, konnte ein 1000 Liter-Tank installiert werden, nachdem die IGS Thüringen im Dezember die entsprechenden Mittel dafür bereit gestellt hat. Gerade noch rechtzeitig, bevor die Regenzeit beginnt.

Mit einer Pressemitteilung werfen die Interessengemeinschaften der Schweinehalter am 22.1.21 Brandenburg Nachlässigkeiten bei der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest vor. Der Preisverfall beim Schweinefleisch, der Exportstopp in Drittländer und das drohende Übergreifen der Tierseuche auf Hausschweinebestände machen den Schweinehaltern große Sorgen.

Deshalb fordern die Interessengemeinschaften folgende Maßnahmen:

  1. Die Landesregierung Brandenburg sollte umgehend für feste Zäune entlang der Grenze zu Polen, um die gefährdeten Gebiete und entlang der Autobahnen 10, 11 13 und 17 von Nord nach Süd sorgen.
  2. Schwarzwild muss konsequent bekämpft werden. Jäger sollten 150 Euro für die Bejagung, den Transport und die Entsorgung eines Tieres erhalten.
  3. Der Krisenstab des BMEL sollte eine bundesweite Versorgung mit Laborverbrauchsmaterial organisieren.
  4. Die Bundesregierung sollte nochmals alles daransetzen, die ASP gemeinsam mit der Re-gierung von Polen zu bekämpfen und dafür beiderseits der Grenze eine weiße Zone einzu-richten.
  5. Höfe aus den gefährdeten Gebieten müssen Ausgleichszahlungen erhalten.
  6. Die Krisenstäbe in den Landkreisen dürfen nicht allein gelassen werden. Es bedarf einer erfolgreichen, durchgreifenden und zentralen Steuerung.
  7. Das Verbot der Freilandhaltung muss umgehend umgesetzt werden.
  8. Die Regionalisierung der Exporte im Tierseuchengeschehen muss zur Chefsache gemacht werden. Die Bundeskanzlerin sollte hier die Initiative ergreifen und die jahrelangen erfolg-losen Bemühungen auf den ministerialen Ebenen selbst zum Abschluss bringen.
Whitepaper 210115

Die Mitgliedsbetriebe der Interessengemeinschaften der Schweinehalter in Brandenburg, Sachsen und Thüringen sowie des Schweinewirtschaftsverbandes Sachsen-Anhalt sehen angesichts der dramatischen Entwicklung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in den vergangenen Monaten und der sie direkt  betreffenden Folgen keine andere Möglichkeit, als mit einem Whitepaper auf die Besonderheiten der Tierseuche und  die aktuellen Mängel in Deutschland beim Umgang damit hinzuweisen. 

Gleichzeitig bedanken sie sich für den unermüdlichen Einsatz der Mitarbeiter der Kreisveterinärbehörden und der vielen Helfer vor Ort. Sie alle verdienen Unterstützung, um die weitere Ausbreitung der gefährlichen Tierseuche zu verhindern. Die Betriebe wollen mit diesem Dokument auch vorbeugende Maßnahmen für den strukturierten und zielführenden Umgang des Bundes, der Länder, der Kreis- und Ortsbehörden mit künftigen Tierseuchen empfehlen – in der Hoffnung, dass sich ähnliche Probleme nicht wiederholen werden.

Das LfULG informiert innerhalb der Schriftenreihe Tiergerechte Sauenhaltung über die Ergebnisse von Untersuchungen, die von Eckhard Meyer und Katja Menzer für eine Verbesserte und verkürzte Haltung von tragenden und ferkelführenden Sauen im Kastenstand zusammen getragen wurden. Die Ausführungen sind hochaktuell, denn mit der 7. Novelle der Tierschutznutztierhaltungsverordnung ist die Einzelhaltung von Sauen in Kastenständen nach einer Übergangsfrist nur noch für den Vorgang der Besamung sowie für den geburtsnahen Zeitraum für maximal 5 Tage zulässig. Im ersten Teil des Berichtes stehen Fragen zur tiergerechten Kastenstandgestaltung mit dem Ziel einer praktikablen Umsetzung des Magedburger Urteils im Vergleich mit einer zeitlich verkürzten Einzelhaltung der Sauen im Deckzentrum im Vordergrund. Der zweite Teil versucht Antworten auf Fragen zur optimalen Gestaltung sowie dem Haltungsmanagement von Sauen in Bewegungsbuchten zu geben. Die Untersuchungen wurden im Rahmen eines EIP Projektes Bewegungsbuchten für tragende Sauen in der Produktion der Europäischen Innovationspartnerschaften (EIP – agri) des Landes Brandenburg gefördert. Leadpartner im Projekt war die Agrargenossenenschaft Beyern e. g.. Der Freisataat Sachsen war, neben anderen Partnern, Mitglied in der operationellen Gruppe Bewegungsbuchten.