IGS Aktuelles

Ringelschwanz

Im September 2018 hat die Agrarministerkonferenz den "Nationalen Aktionsplan"  beschlossen.  Ziel ist der schrittweise Einstieg in den Kupierverzicht. Die Umsetzung des Aktionsplans liegt in Verantwortung der Bundesländer. Da bereits zum 1. Juli 2019 eine Tierhalter-Erklärung zum Nachweis der Unerlässlichkeit des Kupierens für alle Schweine haltenden Betriebe verbindlich wird, lädt das Thüringer Sozialministerium zu einer Informationsveranstaltung in die Bauernscheune nach Bösleben ein.

Am 18. März wird dort von 10 bis 12 Uhr  der Aktionsplan Kupierverzicht vorgestellt und diskutiert.

Allen Schweine haltenden Betrieben wird die Teilnahme dringend empfohlen.  

Weitere Informationen zum Aktionsplan Kupierverzicht finden Sie auf der Homepage www.ringelschwanz.info. 

 

Einladung WB 2019 1

Bereits seit drei Jahren werden in Thüringen Weiterbildungsveranstaltungen zum Thema Tiergesundheit/Tierwohl - jeder Mitarbeiter zählt angeboten, da die Tierpfleger durch ihre motivierte sowie sach- und fachgerechte Betreuung einen großen Einfluss auf das Wohlergehen unserer Tiere ausüben.  In diesem Jahr stehen die Themen Arzneimittelanwendung sowie Transportfähigkeit und Schlachtwürdigkeit im Mittelpunkt der Veranstaltung am 26.3.19 in Stadtroda bzw. am 27.3.19 in Waltershausen.
Was Tierhalter und insbesondere auch die Mitarbeiter Schweine haltender Betriebe  bei der Anwendung von Arzneimitteln wissen und in der täglichen Arbeit berücksichtigen müssen, ist Ziel der Ausführungen von Dr. Anja Verletzte Tiere und Tiere mit physiologischen Schwächen oder pathologischen Zuständen gelten als nicht transportfähig. Sind Tiere jedoch nur leicht verletzt oder leicht krank, und der Transport würde für sie keine zusätzlichen Leiden verursachen, steht einem Transport nichts entgegen. Dass diese Unterschiede in der täglichen Arbeit noch besser berücksichtigt werden können, wird Dr. Stefan Kleinhans, Fachtierarzt für öffentliches Veterinärwesen, anschaulich aufzeigen. Dies gilt ebenso für die Entscheidung der Schlachtwürdigkeit von Schweinen.

Verbindliche Anmeldung per Mail oder Fax unter Angabe von Name, Vorname und Geburtsdatum (siehe Teilnahmebestätigung für die Ausstellung eines Teilnahmezertifikates) sind bis zum 22. März 2019 möglich bei:  

Landvolkbildung Thüringen e. V., Martina Blücher
Uthlebener Str. 24, 99734 Nordhausen
Tel.: 0173 41177 80 Fax: 0361 26253288
Mail: nordhausen@landvolkbildung.de

Quelle: ProAgrar 42/2018 
Kerstin Fröhlich

Dass eine Frau Chefin eines großen Agrarbetriebes ist, ist für unsere Region keine Besonderheit. Seit 2002 führt Kerstin Fröhlich, Vorstandsmitglied der IGS Thüringen e.V., ihre Agrargenossenschaft und hat den Staffelstab de facto von ihrer Schwiegermutter übernommen. Heute gehören zur Kriebitzscher Agrargenossenschaft e.G. neben 1.800 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche eine Schweinemastanlage mit 6.000 Plätzen. Der Betrieb arbeitet nach dem Kreislauf-Prinzip, denn das was auf den Feldern an Getreide erzeugt wird, wird über den Futtermittelproduzenten zu bedarfsgerechten Mastrationen verarbeitet und in der Mast veredelt. 15.000 Mastschweine werden jährlich nach Altenburg, einem Schlachthof des VION-Unternehmens geliefert. Bei der Produktion wird großer Wert auf tiergerechte Haltungsverfahren gelegt, so haben die Schweine mit knapp einem Meter Fläche ein deutlich höheres Platzangebot als gesetzlich vorgeschrieben. Kerstin Fröhlich kennt die großen Herausforderungen, vor denen die Schweinehaltung steht, bestens und weiss: Die Haltung wird sich verändern, wir können in Zukunft nur noch nachhaltig produzieren.  So stellt sich der Betrieb auch dem Thema Kastration und steigt jetzt zumindest probeweise in die Ebermast ein.

Den vollständigen Beitrag finden Sie hier

Die traditionell von der Thüringer Tierärztekammer, dem Thüringer Bauernverband e.V. und der Thüringer Tierseuchenkasse organisierte gemeinsame Tagung stand in diesem Jahr am 29. November unter dem Motto Erfolgreiche Jungtieraufzucht – Basis für Wirtschaftlichkeit.

Dr. Britta Becke von der Urlebener Schweinemast GmbH und IGS-Mitglied berichtete über ihre Erfahrungen, welche Praktikablen Ansätze für eine gesunde Ferkelaufzucht im Schweinebestand bestehen. Dass jede Medaille zwei Seiten hat, sprach sie auch in Sachen Tierwohl ehrlich und unverblümt an: Offene Tränken werden immer häufiger empfohlen, doch der Nachteil ist, dass diese unmöglich immer sauber gehalten werden können: Unsere Sauen nutzen diese im Sommer quasi durchgehend als Schwimmbecken führte die engagierte Anlagenleiterin aus. Auch das Freilassen jedes zweiten Kastenstandes dient den Sauen insofern, dass sie ihre Beine in Seitenlage ausstrecken können, jedoch sind die Tröge in den leerstehenden Ständen ein Paradies für Fliegen. Auch die Gruppenhaltung hat nicht nur positive Effekte, weil erhebliche Rangkämpfe und daraus resultierende Lahmheiten eben dem Tierwohl kontraproduktiv sind. Resümierend hob Britta Becke hervor, dass gute und motivierte Mitarbeiter die Grundpfeiler jedes Betriebes sind.

Bild BesteAzubine 2018
Quelle: TMIL

Wenn man eine Sache besonders gut gemacht hat, ist eine Anerkennung immer herzlich willkommen. Dies konnten die jahrgangsbesten Azubis des Abschlussjahrganges 2018 in den Grünen Berufen live erleben. Gemeinsam iniitiert vom TBV u.a. in Zusammenarbeit mit den berufsständischen Landesverbänden aus der Tierzucht und -haltung, Garten- und Landschaftsbau, der Hauswirtschaft, dem Arbeitgeberverband und dem Thüringer Landwirtschaftsministerium, fand am 21. November  im Erfurter Flughafen eine Zentrale Auszeichnungsveranstaltung statt. Ganz besonders freute es Andrè Telle, Vorstandsvorsitzender der IGS Thüringen, Kim Lara Walther, eine nunmals ehemalige Azubine aus einem unserer Mitgliedsbetriebe auf die Schulter klopfen zu können: Bestens ausgebildet und hochmotiviert, solche wie Dich brauchen wir in der Zukunft, denn wir wissen, ohne unsere Mitarbeiter sind wir ziemlich hilflos.

Quelle: Deutscher Bundestag

Nach einer Pressemeldung des Bundestages hat der Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft des Bundestages heute über den Gesetzentwurf der Fraktion von CDU/CSU und SPD zur Änderung des Tierschutzgesetzes abgestimmt. Mit den Stimmen von CDU/CSU und SPR empfahlen die Abgeordneten gegen die Stimmen von Die Linke und Bündnis90/Die Grünen bei Enthaltung der FDP, den Gesetzentwurf im Plenum anzunehmen.

An der vorausgegangenen Anhörung am 26.11.18 nahm auch Britta Becke (rechts im Bild, neben Dr. Randt), IGS-Mitglied, als Sachverständige teil. In ihrem 3-minütigen Statement stellte sie die verschiedenen Möglichkeiten aus der Sicht des praktizierenden Sauenhalters dar. Mit der Frage Warum verwehren wir unseren Ferkeln eine in der Humanmedizin weit verbreitete Betäubungsmethode, denn dieses Verfahren ist einfach, sicher und ohne Nebenwirkungen positionierte sie sich wie die Mehrheit der geladenen Gäste aufgrund der fehlenden praktikablen Alternativen für eine Fristverlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration. 

Die ausführliche Berichterstattung zur Anhörung und den zur Abstimmung stehenden Gesetzentwurf finden Sie hier. 

Publikumslieblinge 
Sau mit Ferkeln

Beim breiten Publikum gehören sie auf der Erfurter Landwirtschaftsschau stets zu den Lieblingen: Die ferkelführende Sau, Eber verschiedener Rassen, Mastschweine unterschiedlicher Altersklassen sowie die Sattelschweine in in Halle 3.

Ansprechen möchten das Organisationsteam der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft, der BesamungsUnion Schwein (BUS) mit ihrer Eberstation in Erfurt-Stotternheim, der Interessengemeinschaft der Schweinehalter in Thüringen (IGS) sowie Qnetics in erster Linie die Verbraucher. Denn Aufklärung tut not und Vorurteile müssen abgebaut werden. Im Gespräch mit Praktikern kann man erfahren, wie moderne, leistungsstarke und tiergerechte Schweinehaltung praktiziert wird. Alle Tiere präsentieren sich in modernen Aufstallungen, extra hergestellt von Thüringer Stallausrüstern. Für die Läufer holt die IGS zudem das Schweinemobil des Forums Moderne Landwirtschaft nach Erfurt. Dieser für die Öffentlichkeitsarbeit konzipierte Anhänger erlaubt es, Haltungsbedingungen inklusive Ausrüstung realistisch vorzuführen. Fragen Sie uns, wir wissen kennen uns aus!, dafür stehen die Organisatoren bereit, um die Fragen der Verbraucher zu beantworten, denn es ist immer besser, miteinander zu reden als übereinander.

An dem Gespräch des Thüringer Agrarausschusses mit der Sozialministerin Werner am 31. August, das ganz unter dem Eindruck des bevorstehenden Änderungen bezüglich der Kastration männlicher Ferkel ab 1.1.19 stand, nahmen auch Vertreter der IGS Thüringen e.V. und des TBV teil. Dem vorausgegangen waren mehrere Gespräche mit Landtagsabgeordneten und dem MDR. Hintergrund ist die bisher sehr stringente Auffassung des für Tierschutz zuständigen Sozialministeriums. Dessen Position fasste Staatssekretärin Feierabend  in einem Antwortschreiben an IGS-Mitgliedsbetriebe im Juli dieses Jahres noch so zusammen, dass eine Änderung der Ausstiegsfrist nicht unterstützt wird. Hauptargument dafür war, dass die drei bestehenden Alternativverfahren Ebermast, Immunokastration und Inhalationsnarkose als geeignet eingeschätzt wurden, um die Praxis der betäubungslosen Kastration abzulösen.

Das dem so nicht so ist, klärte Andrè Telle, selbst Ebermäster, die Abgeordneten und die Ministerin auf: Wir wissen, welche Besonderheiten auf den Mäster zukommen, wenn er unkastrierte männliche Tiere zur Mast aufstellt. Doch wesentlich entscheidender ist, dass der Markt für Eber gesättigt ist. Das belegen auch die angekündigten gravierenden Preismaskenänderungen der Schlachtindustrie! Immunokastrierte Eber lehnen Schlachtereien und Lebensmitteleinzelhandel kategorisch ab. Außerdem: Isofluran ist bisher nicht zugelassen, die notwendigen Inhalationsgeräte stehen in dem benötigten Umfang nicht zur Verfügung und es stehen gar nicht genügend Tierärzte zur Verfügung, um die Inhalationsnarkose zu überwachen.

Inzwischen ist Bewegung in die Sache gekommen, nicht zuletzt auch durch die drei Bundesratsinitiativen, über die am kommenden Montag im Agrarausschuss des Bundesrates entschieden werden soll.  Doch auch die fachlich fundierte Arbeit des Berufsstandes konnte dazu beitragen, dass die ernsthaften Gründe, die für eine Verschiebung des Termins sprechen, auch in Thüringen angehört und ernst genommen wurden. Voller Spannung wird eine Entscheidung erwartet.

174 Besamungseber stehen auf der Thüringer Besamungsstation der Besamungsunion Schwein (BuS), einem Zusammenschluss von fünf Besamungsstationen, für ihre Kunden bereit. Als Tochter der German Genetic-Gruppe arbeitet die BuS als genetischer Dienstleister ständig daran, den Ferkelerzeugerbetrieben für die künstliche Besamung Sperma der genetisch besten Eber zu liefern.

 

Spitzeneber wie Vurore schaffen es sogar, für die BILD possieren zu können! Das beweist der Bericht vom 14. Juli in der Thüringenausgabe, in dem über Europa's potentesten Zucht-Eber berichtet wird, um den Verbrauchern ein Stück Lebenswirklichkeit der modernen Schweinehaltung nahe zu bringen.   

-SendungScreenshot Roland MDR

Deutsche Schweinehalter fürchten um ihre Tierbestände. Denn die Ansteckungsherde in Polen und Tschechien rücken immer näher. Schon ein Ausbruch dieser hochansteckenden Viruserkrankungen in Wildschweinebeständen der heimischen Wälder hätte verheerende Auswirkungen. Sollte die ASP Thüringen erreichen, müssten in betroffenen Regionen tausende Tiere gekeult werden, wodurch die Existenz der heimischen Schweinehalter massiv bedroht wäre so die Einschätzung von Udo Große (TBV) während der Aufklärungsaktion am 15. Juli an den Autobahnraststätten Teufelstal Süd und Teufelstal.  Weil der ASP-Virus sogar in luftgetrocknetem Schinken mehr als ein Jahr lebens- und damit ansteckungsfähig ist, besteht die größte Gefahr der Einschleppung in dem Verfüttern von Essensresten an Wildschweine. Besonders hoch ist die Ansteckungsgefahr bei Schweinen, die im Freiland gehalten werden, warnte Roland van Asten (IGS Thüringen) und verteilte Hinweise an Reisende und Fernkraftfahrer.  Der dringende Appell des TBV-Vizepräsidenten Große: Bringen Sie nach Möglichkeit erst gar kein Fleisch aus den betroffenen Ländern mit und wenn doch, verfüttern Sie die Speisereste nicht an Tiere. Lassen Sie keine Speisereste achtlos liegen, sondern entsorgen Sie diese in geschlossenen Mülleimern.  muss sehr ernst genommen werden.

Weitere Informationen zur ASP stehen sind auf der Homepage des BMEL  zu finden.