23.09.2019rss_feed

Thüringer Schweinehalter befragten Landespolitiker

 

Wir sind mit dem Ergebnis unserer Umfrage bei den Landespolitikern in Thüringen weitgehend zufrieden. Das erklärte der Vorsitzende der Interessengemeinschaft der Schweinehalter in Thüringen e.V., André Telle, nach Auswertung der Umfrageergebnisse. Die IGS hatte, beginnend im August, die Spitzenpolitiker und die agrarpolitischen Sprecher aller im Landtag Thüringen vertretenen Parteien gebeten, Fragen zu beantworten und zu aktuellen Problemen der Schweinehaltung in Thüringen konkret Stellung zu nehmen.

Leider fehlen von allen Politikern klare Aussagen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Schweinehaltung und zur Erhaltung der Versorgungssicherheit mit regionalen Produkten, ergänzte IGS-Vorstandsmitglied Britta Becke. Die Schweinehalter treibt die Sorge um, dass die regionale Selbstversorgung mit Schweinefleisch-Produkten, die zurzeit schon unter 75 Prozent liegt, in den nächsten Jahren weiter sinkt.

Wir sind gerne bereit in mehr Tierwohl zu investieren. Aber für uns herrscht derzeit eine sehr große Rechtsunsicherheit. Vorschriften, die heute gelten, können schon morgen wieder hinfällig sein. Das ist für jeden, der einen Euro investiert, ein  unüberschaubares Risiko, erklärte IGS-Vorstand Roland van Asten.

Als erfreulich bewertet die IGS die Tatsache, dass alle Parteien erklärt haben, sich aktiv für eine zukunftsfeste Schweinehaltung im Land einzusetzen. Wir sind sehr gespannt darauf, was sich die Politik konkret einfallen lassen wird. Wir sind auf jeden Fall bereit, beratend zur Seite zu stehen, erklärte die stellvertretende IGS-Vorsitzende Kerstin Fröhlich.

Große Hoffnung setzen die Schweinehalter darauf, dass die Politik sich künftig – ganz gleich unter welcher neuen Landesregierung – dafür einsetzen wird, in Kindergärten und Schulen frühzeitig, altersangemessen, ideologie- und vorurteilsfrei über Landwirtschaft und Schweinehaltung aufzuklären. Die Schweinehalter sind ihrerseits ebenfalls dazu bereit, sich an Besichtigungen, Workshops und Informations-Aktionen zu beteiligen.

Deutlich angesprochen wurde seitens der IGS auch das Thema der unübersichtlichen und verteilten Zuständigkeiten für Tierhaltung und Tierschutz in den Thüringer Ministerien. Zu diesem Punkt gibt es noch keine klaren Aussagen, aber wir haben die Hoffnung, dass auch auf diesem Gebiet von einer neuen Regierung mehr Klarheit und Übersicht geschaffen wird, erklärte André Telle.

MDR Thüringen berichtete.